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descriptionArthritische Hand
Rheuma tritt in vielen Formen auf. Mit die schmerzhafteste ist rheumatoide Arthritis: Die Gelenke entzünden und verformen sich und werden letztlich bewegungsunfähig.
descriptionRöntgenbild arthritischer Hände
Steife Finger am Morgen sind eines der ersten Anzeichen für die Erkrankung. Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen ermöglichen die Diagnose.
descriptionKnietraining mit Theraband
Auch wenn rheumatoide Arthritis nicht heilbar ist: Mit Medikamenten und Bewegungstraining lassen sich Schmerzen lindern und Entzündungen abbremsen.
descriptionObjektive eines Mikroskops
Sind es Infektionen, die rheumatoide Arthritis auslösen? Experten sind den Ursachen auf der Spur und entwickeln darüber hinaus neue Behandlungsansätze.
descriptionFrau im Schwimmbecken
Jeder Betroffene kann selbst etwas dafür tun, die Lebensqualität zu erhalten. Wichtig sind die Ernährung, aber auch Rheumabäder und Wärmetherapie.

Forschung – die Suche nach dem Auslöser

Neue Verfahren zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis stehen im Brennpunkt der Wissenschaft. Neben der klassischen schulmedizinischen Therapie setzt man auch auf alternative Behandlungsmethoden, etwa aus der Naturheilkunde, die als ergänzende Maßnahmen sinnvoll sein können. Daneben beschäftigen sich Wissenschaftler vor allem damit, die genaue Ursache der Erkrankung zu finden.


Im Überblick



Rheumatoide Arthritis: Die Entstehung ist nicht völlig geklärt

Obwohl sehr viel zum Thema rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis, Rheuma) geforscht wird, ist noch immer nicht völlig geklärt, wie es zu der Erkrankung kommt. Klar ist: Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet und Entzündungen in den Gelenken verursacht.  

Gene und Umwelteinflüsse

Als auslösende Faktoren werden die Gene und verschiedene Umwelteinflüsse diskutiert. Durch Familienuntersuchungen hat man festgestellt, dass die Neigung zu rheumatoider Arthritis vererbbar ist. Man weiß allerdings nicht, welche Gene die Veranlagung tragen. Die Veranlagung führt zudem nicht unbedingt zur Erkrankung. Ein äußerer Auslöser muss hinzukommen. Hier stehen Infektionskrankheiten und giftige Substanzen wie etwa Zigarettenrauch in Verdacht eine Rolle zu spielen.  

Diese bisher unbekannten auslösenden Faktoren führen dazu, dass bestimmte Zellen des Immunsystems – T-Zellen und B-Zellen – aktiviert werden. Sie setzen in der Synovia, der Gelenkhaut, einen Entzündungsprozess in Gang, an dem noch weitere Zellen des Immunsystems sowie die Zellen der Gelenkhaut selbst beteiligt sind. Bei der Aktivierung und Steuerung der verschiedenen Zellen spielen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, die sogenannten Zytokine, eine wesentliche Rolle.
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Therapien gegen die rheumatoide Arthritis in der aktuellen Forschung

Da der Krankheitsmechanismus immer besser verstanden wird, ergeben sich ständig neue Ansatzpunkte für eine Therapie. Die in der aktuellen Forschung entwickelten Medikamente und Verfahren versuchen, das Immunsystem zu beeinflussen. Generell soll die Immunantwort des Körpers, die sich bei der rheumatoiden Arthritis gegen den eigenen Körper richtet, abgeschwächt werden.

Physikalische Immunsuppression


Mit diesem Verfahren wird versucht, die Rheuma-Antikörper physikalisch aus dem Blut zu entfernen. Das Verfahren ähnelt der Dialyse (Blutwäsche).

Immunstimulation

Durch die Gabe von Stoffen wie bakteriellen Giften oder Viren soll das Immunsystem stimuliert und so die körpereigene Abwehr gegen die rheumatoide Arthritis gestärkt werden. Zu dieser Art der Behandlung zählt auch die Gabe von körpereigenen Substanzen wie Interferon.

Gentherapie

Hier wird versucht, genetisches Material direkt in die Zellen der Gelenkinnenhaut zu schleusen. Auf diese Weise soll die Abwehr gestärkt werden – entweder durch das eingeschleuste Material selbst oder durch eine therapeutisch günstige Beeinflussung der Eiweißproduktion (Proteinsynthese) in den Zellen. Vom klinischen Einsatz ist die Gentherapie aber noch weit entfernt.
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Gibt es für die rheumatoide Arthritis eine spezielle alternative Therapie?

Neben der schulmedizinischen Behandlung gibt es bei der rheumatoiden Arthritis eine breite Palette alternativer oder naturheilkundlicher Behandlungsformen. Viele Patienten versuchen hierdurch, die Therapie zu unterstützen oder sogar zu ersetzen.

Bisher konnte in Studien nicht nachgewiesen werden, dass alternative Behandlungsverfahren langfristig nützen. Schlimmer noch: Einige Methoden sind sogar schädlich. Andererseits scheinen einige Patienten von diesen Therapien zu profitieren, entweder, weil das Verfahren doch wirkt oder aufgrund psychologischer Mechanismen wie dem Placebo-Effekt.

Diese alternativen Therapieformen, bei denen es keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung gibt, können die rheumatoide Arthritis als unterstützende Maßnahme günstig beeinflussen:
  • phytotherapeutische Medikamente (pflanzliche Präparate; die Wirkung einzelner Präparate konnte in Studien nachgewiesen werden)
  • Enzympräparate (im Einzelfall ist eine Wirkung zu beobachten. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen sind allerdings notwendig)
  • Akupunktur kann die Symptome lindern, aber auch einen Schub der Erkrankung verursachen.
  • Homöopathie (in verschiedenen Studien konnte eine geringe Wirkung homöopathischer Arzneimittel nachgewiesen werden)
  • Lasertherapie (auch für diese Therapie konnte die Wirkung noch nicht wissenschaftlich belegt werden)
Solange eine Behandlung nicht schadet (und hier sind auch mögliche Kosten für den Patienten zu berücksichtigen), spricht nichts gegen die Anwendung alternativer Verfahren. Grundsätzlich sollten Sie sich mit Ihrem Arzt absprechen, ob und welche alternativen Behandlungsformen sinnvoll sind.
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Grafik: Virus
© iStockphoto
Infektion als Rheumaursprung: Möglicherweise sind Viren (oben) oder Bakterien die Auslöser der rheumatoiden Arthritis. Eine Infektion könnte dazu führen, dass das Immunsystem fehlgeleitet wird und sich gegen körpereigenes Gewebe richtet.
Akupunkturnadeln
© Shutterstock
Alternativmedizin: Behandlungsmethoden wie die Akupunktur können bei rheumatoider Arthritis unterstützend eingesetzt werden. Ob sie wirken, ist noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen.