Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
descriptionArthritische Hand
Rheuma tritt in vielen Formen auf. Mit die schmerzhafteste ist rheumatoide Arthritis: Die Gelenke entzünden und verformen sich und werden letztlich bewegungsunfähig.
descriptionRöntgenbild arthritischer Hände
Steife Finger am Morgen sind eines der ersten Anzeichen für die Erkrankung. Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen ermöglichen die Diagnose.
descriptionKnietraining mit Theraband
Auch wenn rheumatoide Arthritis nicht heilbar ist: Mit Medikamenten und Bewegungstraining lassen sich Schmerzen lindern und Entzündungen abbremsen.
descriptionObjektive eines Mikroskops
Sind es Infektionen, die rheumatoide Arthritis auslösen? Experten sind den Ursachen auf der Spur und entwickeln darüber hinaus neue Behandlungsansätze.
descriptionFrau im Schwimmbecken
Jeder Betroffene kann selbst etwas dafür tun, die Lebensqualität zu erhalten. Wichtig sind die Ernährung, aber auch Rheumabäder und Wärmetherapie.

Eigeninitiative ist gefragt

Die rheumatoide Arthritis erfordert eine medizinisch kontrollierte Therapie. In Rücksprache mit Ihrem Arzt können Sie zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Dabei sollten Sie jedoch einiges beachten, damit keine Wechselwirkungen auftreten und die Selbstbehandlung möglichst erfolgreich ist.

Im Überblick



Tipps zur Selbstmedikation

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Manche Mittel eignen sich nur für den kurzzeitigen Gebrauch. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke gerne.

Schmerzlindernde Einreibungen nicht großflächig anwenden

Wenn Sie bei Rheuma schmerzlindernde Cremes, Salben oder Gele anwenden, sollten Sie nur die erkrankten Körperstellen behandeln. Bei großflächiger Anwendung über längere Zeit können die Wirkstoffe in größerem Umfang in die Blutbahn gelangen. Dadurch kann der ganze Organismus beeinträchtigt werden. Es kommt zu Nebenwirkungen, beispielsweise Magen-Darm-Störungen. Die Wirkung anderer Medikamente kann zudem beeinträchtigt werden. Werden nur kleine Hautbezirke behandelt, bleibt die Wirkung lokal beschränkt.

Wärme oder Kälte bei Rheuma?

Rheumatoide Arthritis kann sowohl mit Wärme als auch mit Kälte behandelt werden. Kälte hilft, wenn die Gelenke akut entzündet sind. Die betroffenen Körperstellen sind warm, gerötet und geschwollen. Zur lokalen Therapie eignen sich kühlende Kompressen.
Wärmeanwendungen fördern die Durchblutung der betroffenen Körperregion und dämpfen dadurch Schmerzen. Wärmende oder durchblutungsfördernde Mittel helfen bei chronischen Gelenkveränderungen.
↑ nach oben

Hilfe aus der Apotheke

Ein Ziel der Behandlung ist die Bekämpfung der Schmerzen. Man setzt dabei schmerzwirksame Mittel zum Einnehmen oder Einreiben ein. In vielen Fällen helfen wärme- und durchblutungsfördernde Maßnahmen. Bei akuten entzündlichen Prozessen können sich die Beschwerden dadurch jedoch verschlimmern. Daher muss immer mit einem Arzt geklärt werden, welche Mittel für die individuellen Beschwerden geeignet sind.
↑ nach oben

Schmerzlindernde Mittel

Diclofenac, Ibuprofen und Piroxicam wirken bei rheumatoider Arthritis schmerzlindernd und entzündungshemmend. Die Wirkstoffe werden als Salbe, Gel, Creme, Lösung oder Spray direkt auf die betroffene Stelle gegeben. Meist gilt die Empfehlung, die Einreibungen drei- bis viermal täglich anzuwenden. Die Zubereitungen dürfen nicht auf offene Wunden, entzündete Hautstellen oder auf Schleimhäute aufgetragen werden. Nach der Anwendung sollten Sie gleich die Hände waschen, damit die Einreibungen nicht in die Augen gelangen.

Bei starken Beschwerden helfen neben der lokalen Behandlung auch Schmerzmittel zum Einnehmen. Trinken Sie zur Einnahme von Tabletten, Dragees oder Kapseln immer ein großes Glas Wasser. So kann sich die Wirkung am besten entfalten. Zur Therapie eignen sich Wirkstoffe wie Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure. Die Wirkstoffe werden allgemein zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eingesetzt. Zur Einnahme von Schmerzmitteln gilt die Empfehlung: nicht länger als drei Tage hintereinander oder öfter als zehn Tage im Monat anwenden.
↑ nach oben

Durchblutungsfördernde Mittel

Wärmende Salben, Cremes oder Pflaster mit den Wirkstoffen Cayennepfefferextrakt, Nicoboxil und Nonivamid regen die Durchblutung an und wirken Schmerzen entgegen. Die Anwendung darf nicht auf Schleimhäuten, offenen Wunden oder erkrankten Hautstellen erfolgen. Reinigen Sie sich nach dem Auftragen der wärmenden Salben, Cremes oder Pflaster gründlich die Hände. Die enthaltenen Wirkstoffe dürfen nicht in die Augen geraten. Meiden Sie zusätzliche Wärmezufuhr im Schmerzgebiet, wenn Sie Wärmepflaster benutzen. Die Haut kann sonst geschädigt werden. Wärmepflaster dürfen nur über einen kurzen Zeitraum angewandt werden. Achten Sie auf die Dosierungshinweise der Hersteller.
↑ nach oben

Wärmetherapie mit Fango

Fango-Wärmepackungen werden etwa 20-40 Minuten lang auf die erkrankten Körperstellen gelegt. Sie wirken durchblutungsfördernd, entspannend und schmerzlösend. Nur unverletzte Hautstellen dürfen behandelt werden (keine offenen Wunden). Die Wärmetherapie mit Fango darf nicht während akuter entzündlicher Schübe angewendet werden. Nicht geeignet ist sie auch bei unklaren Hauterkrankungen, fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Bluthochdruck, Herzschwäche, Kreislaufschwäche, Tuberkulose oder schwerer vegetativer Dystonie.
↑ nach oben

Bäder

Rheuma-Bäder fördern die Durchblutung und wirken schmerzlindernd. Gleichzeitig lösen sich Verspannungen. Die enthaltenen Wirkstoffe findet man auch in Entspannungsbädern. Vollbäder können bei größeren Hautverletzungen, akuten unklaren Hautkrankheiten, schweren fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Tuberkulose, Hypertonie sowie Herz- und Kreislauferkrankungen unerwünschte Wirkungen auslösen. Betroffene sollten Rheumabäder nur nach Absprache mit dem Arzt anwenden oder auf andere Behandlungsmöglichkeiten ausweichen.
↑ nach oben

Die Ernährung kann die rheumatoide Arthritis positiv beeinflussen

Verschiedene Nährstoffe können auf den Entzündungsstoffwechsel einwirken, was die antirheumatischen Effekte einer vollwertigen, nährstoffreichen Kost erklärt. Auch verschiedene Vitalstoffe wie Vitamine können die Krankheit positiv beeinflussen.

Patienten mit rheumatoider Arthritis sollten möglichst wenig Arachidonsäure zu sich nehmen. Denn aus Arachidonsäure werden Stoffe gebildet, die als „Vermittler“ bei einer Entzündung von Bedeutung sind. Arachidonsäure ist vor allem in tierischen Lebensmitteln – also Fleisch, Wurst, Eier, Milch und Milchprodukte – enthalten. Bei einem Teil der Patienten verschlimmern sich die Beschwerden nach dem Genuss von Alkohol, Süßigkeiten und Weizenmehl.

Omega-3-Fettsäuren

Eine Art Gegenspieler der Arachidonsäure sind die Omega-3-Fettsäuren. Sie wirken günstig auf den Arachidonsäurespiegel und hemmen den Entzündungs-Stoffwechsel, sodass die Einnahme entsprechender Präparate von einigen Forschern empfohlen wird. Auch fetter Fisch ist reich an Omega-3-Fettsäuren.
↑ nach oben

Vitamin E

Vitamin E reduziert die Menge an freien Radikalverbindungen, die in den entzündeten Gelenken von den Phagozyten (Fresszellen) produziert werden und Gewebe schädigen. Zudem verringert es die Produktion verschiedener Entzündungs-Botenstoffe wie Leukotrine und Prostaglandine. Außerdem gibt es Hinweise, dass Vitamin E die Verträglichkeit von nichtsteroidalen Antirheumatika (zum Beispiel Acetylsalicylsäure) und deren Wirkung erhöht. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Schmerzsymptomatik bei Patienten mit Arthrose beziehungsweise rheumatoider Arthritis durch eine Vitamin-E-Behandlung deutlich reduziert werden kann. Allerdings haben Studien auch gezeigt, dass hochdosierte Vitamin-E Gaben (über 400 Internationale Einheiten pro Tag) ein erhöhtes Sterblichkeitssrisiko mit sich bringen und daher gemieden werden sollten.

Vitamin C

Vitamin C wirkt ergänzend, indem es die Kollagenbildung des Bindegewebes und das Immunsystem reguliert. Es wird zur Regeneration von Vitamin E benötigt, wirkt aber selbst auch antioxidativ. Daneben kann es die Magenverträglichkeit von Acetylsalicylsäure verbessern. Bislang liegen über die genaue Wirkung von Vitamin C aber noch keine wissenschaftlich gesicherten Ergebnisse vor.

Calcium und Vitamin D

Diese Wirkstoffe reduzieren vor allem das Osteoporoserisiko, das bei rheumatischen Erkrankungen durch die Bewegungseinschränkung und die Medikation mit Kortikoiden erhöht ist.

Selen, Kupfer und Zink

Sie tragen als Bestandteile antioxidativer Enzyme ebenfalls dazu bei, die Menge an schädlichen freien Radikalen zu reduzieren.

Chondroitin und Glukosamin

Sie ähneln den Knorpelbestandteilen und helfen die Reparaturvorgänge an geschädigtem Knorpel zu fördern.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Es gibt keine wissenschaftlich fundierte Studie über eine spezielle Diätempfehlung bei rheumatoider Arthritis. Die Krankheit entsteht auch nicht aufgrund falscher Ernährung. Langfristig ist jedoch eine nährstoffreiche, vollwertige Kost empfehlenswert. Übergewicht ist bei der rheumatoiden Arthritis immer schädlich, da es den Bewegungsapparat zusätzlich belastet.
↑ nach oben

Hilfreiche Adressen und Links zum Thema rheumatoide Arthritis

Verbände und Organisationen
  • Deutsches Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ)
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin
    Tel.: 030 / 28 46 00
    Fax: 030 28 46 06 03
    E-Mail: info@drfz.de
    Internet: www.drfz.de
  • Kompetenznetz Rheuma
    Luisenstrasse 41
    10117 Berlin
    Tel.: 030 / 240 484 71
    Fax: 030 / 240 484 79
    E-Mail: kn.rheuma@dgrh.de
  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh e.V.)
    Köpenicker Straße 48/49
    10179 Berlin
    Tel.: 030 240 484 71
    Fax: 030 240 484 79
    E-Mail: info@dgrh.de
    Internet: www.dgrh.de
Österreich Schweiz
↑ nach oben

Salbentube
© iStockphoto
Rheuma-Salbe: Entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkstoffe können als Cremes, Salben oder Gele direkt auf die betroffenen Gelenke aufgetragen werden.
Aufgeschnittene Chilischote
© Shutterstock
Feurige Therapie: Cayennepfefferextrakt ist in wärmenden Salben und Pflastern enthalten. Er regt die Durchblutung an und wirkt Schmerzen entgegen.
Fangobehandlung am Rücken
© iStockphoto
Schlammbad: Die Wärmetherapie mit Fango darf nicht während akuter Schübe angewandt werden. Sie wirkt durchblutungsfördernd und entspannend.
Rollmöpse auf einem Teller
© iStockphoto
Linderung aus dem Meer: Omega-3-Fettsäuren hemmen den Entzündungs-Stoffwechsel. Sie sind vor allem in fettem Fisch enthalten.