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descriptionArthritische Hand
Rheuma tritt in vielen Formen auf. Mit die schmerzhafteste ist rheumatoide Arthritis: Die Gelenke entzünden und verformen sich und werden letztlich bewegungsunfähig.
descriptionRöntgenbild arthritischer Hände
Steife Finger am Morgen sind eines der ersten Anzeichen für die Erkrankung. Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen ermöglichen die Diagnose.
descriptionKnietraining mit Theraband
Auch wenn rheumatoide Arthritis nicht heilbar ist: Mit Medikamenten und Bewegungstraining lassen sich Schmerzen lindern und Entzündungen abbremsen.
descriptionObjektive eines Mikroskops
Sind es Infektionen, die rheumatoide Arthritis auslösen? Experten sind den Ursachen auf der Spur und entwickeln darüber hinaus neue Behandlungsansätze.
descriptionFrau im Schwimmbecken
Jeder Betroffene kann selbst etwas dafür tun, die Lebensqualität zu erhalten. Wichtig sind die Ernährung, aber auch Rheumabäder und Wärmetherapie.

Entzündung und Schmerzen bekämpfen

Rheumatoide Arthritis ist – bis jetzt – eine unheilbare Erkrankung. Um trotzdem die Lebensqualität so gut wie möglich zu erhalten, ist für die Patienten eine verträgliche und wirksame Therapie wichtig. Gewährleistet wird sie durch eine Kombination aus Medikamenten, Krankengymnastik und psychologischer Betreuung. Dabei nehmen die Medikamente eine besondere Stellung ein, da sie zum einen die Symptome lindern, zum anderen das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können.

Im Überblick



Die Art der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Stadium oder die momentane Aktivität der rheumatoiden Arthritis ab. Patienten mit rheumatoider Arthritis sollten deshalb in einem Rheumazentrum behandelt werden.
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Medikamentöse Behandlung

Eine Heilung der rheumatoiden Arthritis ist nicht möglich. Daher ist die medikamentöse Therapie darauf ausgerichtet,
  • Schmerzen zu stillen
  • die Entzündung zu hemmen
  • den Krankheitsverlauf zu verlangsamen
  • die Beweglichkeit für die notwendige Gymnastik herzustellen und
  • die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Die regelmäßige Einnahme der Medikamente ist wichtig

Da die rheumatoide Arthritis eine chronische Krankheit ist, müssen die Medikamente langfristig und zuverlässig eingenommen werden. Um den Betroffenen die Einnahme zu erleichtern, gibt es die Medikamente als Säfte, Tabletten, Retardkapseln (aus denen der Wirkstoff verzögert freigesetzt wird) oder als Zäpfchen. Einige Medikamente müssen gespritzt werden, entweder in den Muskel, in die Vene oder auch direkt in das Gelenk. Die standardmäßig eingesetzten Medikamente gehören zu verschiedenen Substanzklassen und haben unterschiedliche Wirkprinzipien.

Man unterscheidet folgende Gruppen:
Eine neue Gruppe sind die zu den Basistherapeutika gehörenden Biologicals, die die mit der Erkrankung einhergehende Entzündung und Zerstörung der Gelenke verhindern sollen.

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Basistherapie: Symptome lindern und die Krankheit aufhalten

Basistherapeutika sind Medikamente, die direkt den Verlauf der rheumatoiden Arthritis beeinflussen, indem sie den Entzündungsprozess verlangsamen. Sie behandeln mehr als die Symptome, denn sie können das Fortschreiten der Krankheit und vor allem die Gelenkzerstörung verlangsamen oder sogar umkehren. Sie können aber die Ursache der Erkrankung nicht bekämpfen und somit die Krankheit auch nicht heilen.
Da sie die Krankheit modifizieren, d.h. verändern können, werden sie im Englischen auch DMARDs (für Disease Modifying Antirheumatic Drugs) genannt. Wegen ihrer Wirkdauer heißen sie auch LAR oder LWAR (für Langwirksame Antirheumatika).

Die Therapie muss frühzeitig beginnen

Wichtig ist ein frühzeitiger Therapiebeginn, denn die rheumatoide Arthritis lässt sich im Anfangsstadium am besten beeinflussen. Spätere Funktionseinschränkungen können so vermieden werden. Allen Basistherapeutika ist gemein, dass die Wirkung erst nach einiger Zeit (mehrere Wochen bis Monate) einsetzt. Daher werden sie regelmäßig mit schmerzlindernden Medikamenten kombiniert. Eine Basistherapie ist immer eine Langzeittherapie. Sie kann lebenslang notwendig sein. Sie sollte so lange durchgeführt werden, wie der Patient eine positive Wirkung an sich beobachten kann. Schwerwiegende Nebenwirkungen können allerdings zum Abbruch der Therapie führen. Die verschiedenen Nebenwirkungen sind bei den einzelnen Medikamenten aufgeführt. Frauen im gebärfähigen Alter müssen bei einer Basistherapie immer auf eine Schwangerschaftsverhütung achten, denn ein Kind könnte durch die Medikamente geschädigt werden.

Zu den Basistherapeutika (DMARDs) zählen:


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Antimalariamittel

Antimalariamittel gehören zu den Basistherapeutika bei der rheumatoiden Arthritis. Bevor ihre Wirksamkeit bei rheumatischen Erkrankungen zufällig festgestellt wurde, wurden sie für die Behandlung und Vorbeugung der Tropenkrankheit Malaria eingesetzt – daher der Name.
Zur Anwendung kommen die Wirkstoffe Chloroquin und Hydrochloroquin. Beide gibt es nur als Tabletten.

Wirkungsweise

Die Wirkungsweise bei rheumatischen Erkrankungen ist nicht völlig geklärt. Vermutlich verhindern Antimalariamittel wesentliche Schritte der Entzündungsreaktion.

Behandlungsdauer

Antimalariamittel werden als Dauertherapie gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist erst nach drei bis sechs Monaten zu rechnen. Wenn sie nach sechs Monaten keine Wirkung zeigen, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen einer Basistherapie mit Antimalariamitteln sind zumeist harmlos. Sie bestehen in Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder verstärkter Müdigkeit. Problematischer sind Nebenwirkungen am Auge, vor allem Netzhautveränderungen. Daher muss vor Beginn und alle sechs Monate während der Therapie eine augenärztliche Kontrolle durchgeführt werden. Wegen möglicher Blutbildveränderungen sollte auch das Blut alle zwei Monate überprüft werden, zu Beginn der Therapie sogar alle zwei Wochen.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen


Die wichtigsten Gegenanzeigen für Antimalariamittel sind bestehende Augenerkrankungen, Schwangerschaft und Stillzeit. Das Risiko für Nebenwirkungen erhöht sich durch Alkoholgenuss. Da Antimalariamittel die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen können, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt immer über alle Medikamente informieren, die Sie einnehmen.
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Immunsuppressiva

Immunsuppressiva gehören zu den Basistherapeutika bei der rheumatoiden Arthritis.

Zu den Immunsuppressiva zählen die Medikamente:
  • Azathioprin
  • Ciclosporin
  • Cyclophosphamid
In der Therapie gegen die rheumatoide Arthritis werden diese Medikamente nur in Tablettenform eingesetzt.

Wirkungsweise

Immunsuppressiva wirken dadurch, dass sie das Immunsystem schwächen, das sich bei der rheumatoiden Arthritis irrtümlich gegen den eigenen Körper richtet.

Behandlungsdauer


Immunsuppressiva werden als Dauertherapie eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist erst nach drei bis sechs Monaten zu rechnen. Wenn nach sechs Monaten keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen einer Basistherapie mit Immunsuppressiva sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Problematischer sind Nebenwirkungen, die Nieren, Leber oder das blutbildende System betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher zunächst alle ein bis zwei Wochen, ab dem dritten Monat alle vier Wochen Blut und Urin. Außerdem sind die Patienten anfälliger für Infektionen. Darüber hinaus können Bluthochdruck und Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) unter der Therapie auftreten. Die meisten Nebenwirkungen lassen nach dem Absetzen des Medikaments wieder nach.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Frauen, die Immunsuppressiva einnehmen, sollten nicht schwanger werden, da die Medikamente das ungeborene Kind schädigen könnten. Dies gilt auch für Partnerinnen eines mit Immunsuppressiva behandelten Patienten. Während einer Behandlung mit Ciclosporin dürfen keine Impfungen durchgeführt werden. Nach Absetzen von Azathioprin kann es zu einem erneuten Krankheitsschub kommen.

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Penicillamin

Penicillamin gehört zu den Basistherapeutika gegen die rheumatoide Arthritis. Das Medikament wird auch zur Behandlung von Schwermetallvergiftungen angewendet.
Der Wirkstoff wird als Tablette gegeben. Die Dosis wird langsam gesteigert ("Einschleichen"), bis die gewünschte Menge erreicht ist. Die Tabletten müssen 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit eingenommen werden.

Wirkungsweise

Der genaue Wirkmechanismus von Penicillamin ist nicht bekannt. Man nimmt an, dass die Wirkung auf einer Beeinflussung der körpereigenen Abwehr beruht.

Behandlungsdauer

Penicillamin wird als Dauertherapie eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist erst nach drei bis sechs Monaten zu rechnen. Wenn nach sechs Monaten keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden. Gelegentlich wird eine Dosissteigerung nötig.

Nebenwirkungen

Häufig können Übelkeit, Geschmacksstörungen und Entzündungen an Haut und Schleimhäuten auftreten. Problematischer sind Nebenwirkungen, die Nieren, Leber oder das blutbildende System betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher zunächst alle ein bis zwei Wochen, ab dem dritten Monat alle vier Wochen Blut und Urin.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Penicillamin darf während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden. Auch bei Knochenmarksschäden, Nieren- und Leberschäden und bestimmten Bindegewebserkrankungen sollte das Medikament nicht gegeben werden.
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Goldverbindungen

Goldverbindungen gehören zu den Basistherapeutika gegen die rheumatoide Arthritis. Gold kann als Injektion in den Gesäßmuskel oder in Tablettenform verabreicht werden. Die Tabletten werden zweimal täglich eingenommen. Bei der Behandlung mit Spritzen wird mit einer Testdosis die Verträglichkeit geprüft. Darauf folgt die sogenannte "Sättigungsphase", in der wöchentlich ein- bis zweimal zunehmend höhere Mengen Gold gespritzt werden. In der darauffolgenden Erhaltungstherapie muss Gold nur noch alle zwei bis vier Wochen gespritzt werden.

Wirkungsweise

Goldverbindungen wirken auf das Immunsystem. Hier verhindern sie z.B. die Ausschüttung von Botenstoffen aus Entzündungszellen. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt.

Behandlungsdauer

Goldverbindungen werden als Dauertherapie eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist erst nach drei bis sechs Monaten zu rechnen. Wenn nach sechs Monaten keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie abgebrochen werden.

Nebenwirkungen

Häufig treten während der Therapie Durchfälle, Juckreiz und Hautausschläge auf. Problematischer, aber zum Glück seltener, sind Nebenwirkungen, die Leber, Niere oder das blutbildende System, und hier vor allem die Blutplättchenbildung betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher zunächst alle ein bis zwei, ab dem vierten Monat alle vier Wochen Blut und Urin.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen


Goldverbindungen dürfen während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden. Auch bei Störungen der Blutbildung, Nieren- und Leberschäden, bestimmten Allergien und Bindegewebskrankheiten sollte das Medikament nicht gegeben werden.

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Leflunomid

Leflunomid gehört zu den Basistherapeutika gegen die rheumatoide Arthritis. Das Medikament wird in Tablettenform verabreicht.

Wirkungsweise


Leflunomid hemmt Entzündungszellen (aktivierte Lymphozyten) und verlangsamt die Wucherung der Gelenkinnenhaut. Hierdurch wird das Fortschreiten der Krankheit verzögert.

Behandlungsdauer


Leflunomid wird als Dauertherapie eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist nach vier bis sechs Wochen zu rechnen. Wenn nach vier Monaten keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Haarausfall und Hautrötungen. Problematischer sind Nebenwirkungen, die die Leber oder das blutbildende System betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher zunächst alle zwei, ab dem sechsten Monat alle vier bis acht Wochen die Blutwerte.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit darf das Medikament nicht gegeben werden. Auch Männer sollten unter der Behandlung zuverlässig verhüten. Patienten mit schweren Immundefekten sollten nicht mit Leflunomid behandelt werden. Die gleichzeitige Einnahme von Aktivkohle (z.B. um den als Nebenwirkung auftretenden Durchfall zu behandeln!) kann die Wirkung des Medikaments beeinträchtigen. Auf eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte verzichtet werden. Alkohol sollte während der Behandlung vermieden werden.

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Methotrexat

Methotrexat gehört zu den Basistherapeutika bei der rheumatoiden Arthritis. Es gilt als eines der wirksamsten Arzneimittel bei der Gelenkentzündung. Das Medikament wird nur einmal wöchentlich gegeben, entweder als Tabletten oder als Spritze. Spritzen werden häufig besser vertragen als Tabletten. Methotrexat wird – in höheren Dosierungen – auch in der Krebsbehandlung eingesetzt.

Wirkungsweise


Methotrexat hemmt Entzündungszellen (aktivierte Lymphozyten) und verlangsamt die Wucherung der Gelenkinnenhaut. Hierdurch wird das Fortschreiten der Krankheit verzögert.

Behandlungsdauer


Methotrexat wird als Dauertherapie gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist nach vier bis acht Wochen zu rechnen. Wenn nach vier Monaten trotz Dosissteigerung keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen


Häufige Nebenwirkungen sind Entzündungen der Mundschleimhaut, Haarausfall, Übelkeit und Magenschmerzen. Problematischer sind Nebenwirkungen, die Niere, Leber oder die Blutbildung betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher im ersten Monat der Therapie wöchentlich, im zweiten und dritten Monat alle zwei Wochen und ab dem vierten Monat alle vier Wochen die Blutwerte.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Während einer Therapie mit Methotrexat und bis drei Monate nach Absetzen des Medikaments darf es nicht zu einer Schwangerschaft kommen. Auch Männer sollten ausreichend verhüten, wenn sie mit Methotrexat behandelt werden. Während der Stillzeit darf Methotrexat ebenfalls nicht genommen werden. Darüber hinaus sollte das Medikament bei einer Vielzahl schwerer Erkrankungen nicht gegeben werden. Patienten, die mit Methotrexat behandelt werden, sollten keinen Alkohol trinken und sich nur nach Rücksprache mit dem Arzt impfen lassen. Die Einnahme von Methotrexat kann die Wirkung anderer Medikamente verstärken oder abschwächen. Vor einer Operation ist eine Therapieunterbrechung – in Absprache mit dem behandelnden Rheumatologen – nicht unbedingt notwendig.
Nach dem Absetzen von Methotrexat kann es zu einem erneuten Krankheitsschub kommen.

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Sulfasalazin

Sulfasalazin gehört zu den Basistherapeutika bei rheumatoider Arthritis. Es wird neben der Behandlung der Gelenkentzündung auch zur Therapie chronisch entzündlicher Darmkrankheiten eingesetzt. Der Wirkstoff wird als Tablette gegeben. Die Dosis wird langsam gesteigert ("Einschleichen"), bis die gewünschte Menge erreicht ist.

Wirkungsweise


Der genaue Wirkmechanismus von Sulfasalazin ist nicht bekannt. Es beeinflusst die Produktion von Immunglobulinen (Antikörper, Abwehrstoffe des Immunsystems).

Behandlungsdauer

Sulfasalazin wird als Dauertherapie gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt. Mit einem Wirkungseintritt ist nach vier bis zwölf Wochen zu rechnen. Wenn nach sechs Monaten trotz Dosissteigerung keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen


Nebenwirkungen treten vor allem zu Beginn der Behandlung auf. Häufigere Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindelgefühl. Männer können vorübergehend unfruchtbar sein. Problematischer sind Nebenwirkungen, die Niere, Leber oder die Blutbildung betreffen. Der behandelnde Arzt kontrolliert daher in den ersten drei Monaten der Therapie alle zwei Wochen, im vierten bis sechsten Monat alle vier Wochen und danach alle drei Monate die Blut- und Urinwerte.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Während einer Behandlung mit Sulfasalazin sollten Frauen nicht schwanger werden. Eine Weiterbehandlung bei Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte mit dem Arzt besprochen werden. Starke Sonnenbestrahlung sollte vermieden werden.

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Biologische Medikamente (Biologicals)

Biologicals gehören zu den Basistherapeutika bei der rheumatoiden Arthritis. Zu dieser Gruppe zählen die Medikamente:
  • Anakinra
  • Etanercept
  • Infliximab und
  • Adalimumab.
Anakinra wird einmal täglich unter die Haut gespritzt, Etanercept zweimal wöchentlich, Adalimumab alle zwei Wochen, während Infliximab alle sechs bis acht Wochen als ca. zweistündige Infusion in die Vene gegeben wird. Anakinra, Infliximab und Adalimumab werden in Kombination mit Methotrexat angewandt.

Wirkungsweise

Biologicals
wirken, indem sie wichtige Entzündungsbotenstoffe hemmen und somit die Gelenkzerstörung, die mit der Entzündung verbunden ist, mindern. Sie wirken auf den Entstehungsprozess der Erkrankung ein. Anakinra wirkt auf einen bestimmten Botenstoff, der Interleukin-1 (IL-1) genannt wird, Etanercept und Infliximab beeinflussen den Tumornekrosefaktor (TNF) Alpha. Sie werden auch TNF-Blocker genannt.

Behandlungsdauer

Biologicals werden als Dauertherapie gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt. Anders als bei den restlichen Basistherapeutika wirken sie aber schon nach ein bis drei Wochen. Wenn nach acht bis 16 Wochen keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden.

Nebenwirkungen

Da die Behandlung mit Biologicals vergleichsweise neu ist, ist weniger über Nebenwirkungen bekannt als bei anderen Basistherapeutika. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Hautreaktionen an der Injektionsstelle. Weitere Nebenwirkungen hängen vom jeweiligen Medikament ab, sind aber seltener. Für eine ausführliche Darstellung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
Neben regelmäßigen körperlichen Untersuchungen bei allen Biologicals sollte bei Anakinra und Etanercept das Blut kontrolliert werden.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Biologicals dürfen während bestehender Infektionskrankheiten und Bindegewebserkrankungen nicht eingesetzt werden. Sowohl Frauen als auch Männer, die mit Biologicals behandelt werden, sollten sorgfältig eine Schwangerschaft verhüten. Auch Stillen ist kontraindiziert.
Auf Impfungen mit Lebendimpfstoffen sollte bei einer Therapie mit Biologicals verzichtet werden. Nach Abbruch der Therapie kann es zu einem erneuten Krankheitsschub kommen.
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Nichtsteroidale Antirheumatika: kortisonfreie entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente

In der Therapie der rheumatoiden Arthritis werden zwei Gruppen von Schmerzmedikamenten eingesetzt: reine Schmerzmittel und die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), die neben der Schmerzlinderung auch noch die Entzündung hemmen können. Nichtsteroidal bedeutet, dass die Präparate kein Kortison enthalten. Im Gegensatz zu den Basismedikamenten lindern sie nur die Symptome der rheumatoiden Arthritis und nehmen keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.

NSAR gibt es in Form von Kapseln, Tabletten, Salben, Cremes, Gels, Zäpfchen und Spritzen, die – in Abhängigkeit von dem Medikament, das sie enthalten – unterschiedlich häufig angewendet werden müssen.

Wirkungsweise


NSAR hemmen ein spezielles Enzym, das die Entstehung der Prostaglandine fördert. Prostaglandine sind Stoffe, die sowohl Schmerzen als auch Entzündungen vermitteln.

Behandlungsdauer

NSAR können gegen die rheumatoide Arthritis kurz- und langfristig eingesetzt werden, auch in Kombination mit anderen Medikamenten.

Nebenwirkungen

Weil Prostaglandine an vielen Mechanismen im Körper beteiligt sind, kann es durch die Hemmung ihrer Entstehung zu einer Vielzahl von Nebenwirkungen kommen. Die wichtigsten Nebenwirkungen sind Beschwerden in Magen und Darm, etwa Magengeschwüre. Auch Asthma kann negativ beeinflusst werden. Durch eine Hemmung der Blutplättchenbildung wird außerdem die Blutgerinnung verlangsamt. Blut-, Leber- und Nierenwerte sollten regelmäßig vom Arzt kontrolliert werden.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

NSAR sollten bei Magengeschwüren und Blutbildungsstörungen und in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden. In der frühen Schwangerschaft und Stillzeit sollten sie nur nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden.
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Kortisonpräparate beeinflussen das Immunsystem

Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. Oft wird Kortison als Sammelbegriff für eine ganze Medikamentengruppe, nämlich die Glukokortikoide, verwendet. Diese Medikamente lindern die Symptome und hemmen die Entzündung. Sie werden eingesetzt, wenn alle anderen Medikamente die rheumatoide Arthritis nicht ausreichend stoppen. Da sie sehr schnell wirken, können sie gut kurzfristig bei Krankheitsschüben verwendet werden. Mit Kortisonpräparaten wird auch der Zeitraum überbrückt, in dem Basistherapeutika noch nicht wirken.

Kortisonpräparate gibt es in Tablettenform. Der Wirkstoff kann aber auch in die Vene, den Muskel oder sogar in das Gelenk gespritzt werden.

Wirkungsweise

Kortison beeinflusst die Immunabwehr und hemmt die körpereigene Abwehr, die sich bei der rheumatoiden Arthritis irrtümlich gegen den eigenen Körper richtet.

Behandlungsdauer

Wegen der möglichen Nebenwirkungen sollte Kortison – in Absprache mit dem Rheumatologen – nur vorübergehend eingesetzt werden.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen sind dosisabhängig. Kurzfristig sind auch deutlich höhere Dosen problemlos verträglich. Bei längerer Anwendung kann es zu Hautveränderungen, Wassereinlagerungen, Magengeschwüren oder Knochenentkalkung kommen. Außerdem ist die Infektionsgefahr erhöht. Kortison kann den Appetit steigern und damit zu einer Gewichtszunahme führen. Bei bestehender Neigung kann eine Zuckerkrankheit auftreten.

Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Die Kontraindikationen ergeben sich aus den Nebenwirkungen, d.h. wenn Krankheiten, die als Nebenwirkungen auftreten können, bereits bestehen, sollte kein Kortison genommen werden. Gleiches gilt für schwere Infektionskrankheiten.
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Schmerzmittel (Analgetika)

In der Therapie der rheumatoiden Arthritis werden zwei Gruppen von Schmerzmedikamenten eingesetzt: die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und reine Schmerzmittel. Letztere – auch Analgetika genannt – werden vom Arzt verordnet, wenn die Schmerzbehandlung mit NSAR nicht ausreicht. Selten werden auch opiathaltige Schmerzmittel gegeben.

Analgetika gibt es als Kapseln, Tabletten, Tropfen, Spritzen und langwirksame Pflaster, die – in Abhängigkeit von dem Medikament, das sie enthalten – unterschiedlich häufig angewendet werden müssen. Man unterscheidet Monopräparate, also Medikamente mit nur einem Wirkstoff, und Kombinationspräparate mit mehreren Wirkstoffen. Zunächst sollten Monopräparate verordnet werden, denn bei ihnen sind Wirkungen und Nebenwirkungen besser abzuschätzen. In Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt können auch Kombinationspräparate genommen werden.

Wirkungsweise


Zu den Analgetika gehören verschiedene Substanzen mit verschiedenen Wirkungsweisen. Unterschieden werden im Wesentlichen peripher wirkende Analgetika, die den Schmerz am "Ort des Geschehens" beeinflussen und zentral wirksame Schmerzmittel, die die Schmerzwahrnehmung im Rückenmark und im Gehirn verändern.

Behandlungsdauer

Analgetika können kurz- und langfristig in der Therapie gegen die rheumatoide Arthritis eingesetzt werden, auch in Kombination mit anderen Rheumamedikamenten.

Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Wechselwirkungen

Nebenwirkungen hängen vom jeweiligen Präparat ab. Opioidhaltige Schmerzmittel können zu Übelkeit und Verstopfung führen. Sie sollten während der Schwangerschaft, vor allem unter der Geburt und in der Stillzeit nicht gegeben werden.
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Physiotherapie und Ergotherapie

Die Behandlung der rheumatoiden Arthritis sollte stets auf einen ganzheitlichen Therapieansatz basieren, der sowohl die individuellen medizinischen wie auch die psychosozialen Probleme des Patienten berücksichtigt. Dementsprechend sollte die medikamentöse Therapie immer durch Physiotherapie und Ergotherapie unterstützt werden. Die eingesetzten Verfahren unterscheiden sich von Patient zu Patient, da je nach erkranktem Gelenk und Krankheitsschwere verschiedene Übungen oder Therapien sinnvoll sind.

Krankengymnastik


Durch Krankengymnastik wird die Funktionsfähigkeit des Körpers günstig beeinflusst. Schmerzen können gelindert werden, Kraft und Ausdauer der Muskulatur werden gefördert und die Beweglichkeit erhöht. Gleichzeitig kann die Krankengymnastik Bewegungseinschränkungen verhindern. Es gibt aktive und passive Übungen im Bewegungsbad oder im Trockenen. Wenn die Gelenke der Beine betroffen sind, kann eine Gangschulung helfen. Die manuelle Therapie ist eine spezielle Form der Krankengymnastik, die mit Hilfe unterschiedlicher Grifftechniken die Gelenke mobilisiert. Soll Krankengymnastik erfolgreich sein, muss der Patient regelmäßig mitarbeiten.

Thermo-, Elektrotherapie und Massagen


Generell werden Wärme- und Kältebehandlungen als hilfreich empfunden, wobei die Faustregel lautet: Je chronischer die Krankheit, desto länger und wärmer die Behandlung, bei akut entzündeten Gelenken wirkt Kälte besonders gut. Elektrotherapie, also die Behandlung mit Strom, wird zur Schmerzbekämpfung und Tiefenerwärmung eingesetzt. Massagen lockern verspannte Muskulatur. Sie können durch Packungen (z.B. Fango) unterstützt werden.

Ergotherapie


Im Rahmen der Ergotherapie (auch Arbeitstherapie genannt) trainiert der Patient den Umgang mit der Krankheit im (Arbeits-)Alltag und erhält Informationen zum Gelenkschutz. Auch Gelenkschienen, die Gelenke stützen und Schmerzen verringern sollen, werden vom Ergotherapeuten hergestellt.

Schuhversorgung


Insbesondere bei Erkrankung der Fußgelenke sollte der Patient komfortable, stabile Schuhe haben. Einlagen können Fehlstellungen korrigieren und Schmerzen lindern. Bei schweren Deformitäten der Füße kann die Versorgung mit orthopädischen Schuhen notwendig werden.
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Operationen: Die rheumatoide Arthritis kann auch ein Fall für den Chirurgen werden

Manchen Patienten mit rheumatoider Arthritis kann eine Operation helfen. Die Entscheidung darüber, zu welchem Zeitpunkt und an welchem Gelenk eine bestimmte Operation durchgeführt werden sollte, muss der Patient gemeinsam mit dem behandelnden Arzt treffen. Durch die Operation sollen die Schmerzen, die durch das zerstörte Gelenk entstehen, gelindert und die Beweglichkeit gefördert werden. Hierfür stehen verschiedene Verfahren zur Auswahl:

Entfernung der Gelenkinnenhaut (Synovektomie oder Synovialektomie)

Diese Operation kann bereits im frühen Krankheitsstadium vorgenommen werden, um einer stärkeren Gelenkzerstörung vorzubeugen. Sie ist aber auch im Spätstadium noch möglich, um die Beweglichkeit zu erhöhen und Schmerzen zu lindern. Synovektomien werden häufig arthroskopisch (durch Gelenkspiegelung) durchgeführt.

Gelenkersatz (Endoprothese)

Hat die rheumatoide Arthritis ein Gelenk weitgehend zerstört, bietet sich eine Gelenksersatzoperation an. Das Gelenk kann entweder vollständig (Totalendoprothese) oder teilweise (Teilendoprothese) ersetzt werden. Eine Gelenkersatzoperation ist an Hüfte, Knie, Fingern, Ellenbogen, Hand und Fuß möglich. Bereits vor der Operation müssen die Muskeln rund um das Gelenk trainiert werden, um ein möglichst gutes Behandlungsergebnis zu erreichen. Beim heutigen Stand des medizinischen Wissens halten künstliche Gelenke etwa zehn Jahre.

Versteifung (Arthrodese)

Bei einigen Patienten bietet sich statt der Gelenksersatzoperation eine Versteifung des befallenen Gelenks an. Da der Schmerz durch die Bewegung des Gelenks entsteht, sind diese Patienten nach der Operation schmerzfrei. Allerdings kann man Arthrodesen nur dann durchführen, wenn die benachbarten Gelenke voll beweglich sind.

Entfernung von Gelenkteilen (Resektion)

Bei einigen Gelenken reicht es, das zerstörte Gelenk zu entfernen, ohne eine Prothese einzusetzen. Dies ist z.B. bei den Zehengrundgelenken möglich.
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Verschiedene Tabletten
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Pillen-Cocktail: Die medikamentöse Behandlung kann die Krankheit nicht heilen, aber ihren Verlauf verlangsamen und die Symptome lindern.
Grafik: Antikörper
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Designer-Medikament: Biologicals sind gentechnisch hergestellte Stoffe, die beispielsweise körpereigene Antikörper (siehe Grafik) nachbilden und so hemmend ins Immunsystem eingreifen.
Ärztin mit Spritze
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Entzündungsbremse: Kortison wirkt sehr schnell und kann daher kurzfristig Entzündungen stoppen. Es kann per Spritze oder als Tablette gegeben werden.
Frau bei Krankengymnastik
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Beweglichkeit: Die Physiotherapie ergänzt die medikamentöse Behandlung. Sie erhält die Funktionsfähigkeit der Gelenke und trainiert die Muskulatur.
Schuheinlage
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Gehhilfe: Schuheinlagen korrigieren Fehlstellungen der Füße durch Gelenkveränderungen und lindern so Schmerzen beim Gehen.